Während der Begriff „Innovation“ in der wirtschaftswissenschaftlichen Verwendung auf die Durchsetzung einer technischen oder verfahrensbezogenen Neuerung zielt, heißt Managementinnovation die Rahmenbedingungen zu ändern, wie Organisationen strukturiert und gemanagt werden. Beispiele für Managementinnovationen wären heterarchische statt hierarchische Strukturen, laterale statt horizontale Netzwerke (Heinz von Foerster), postheroische statt heroische Selbstverständnisse (Dirk Baecker). Da Manager als Letztentscheider über die Verteilung der Ressourcen bestimmen, sind Produkt- und Verfahrensinnovationen in diesem Sinne Resultate von Managementinnovationen. Wenn Management beginnt, sich im Sinne der soziologischen Managementlehre als Kommunikation zu begreifen, können Innovationen heute entweder von klassischen (inkrementellen) oder von postklassischen (bahnbrechenden) Managementmodellen gesteuert werden.
Managementinnovation bezeichnet damit auch den Einfluss, den Managementpraktiker mit innovativen Managementmodellen auf die Managementlehre und andere Manager ausüben oder den Managementdenker auf Manager ausüben.
Findige Managementpraktiker bewegen sich dabei entweder in einem Feld von Managementinnovationen (in dem sie experimentieren und Neuland im Management betreten) oder sie entwickeln konträre und bahnbrechende Führungsmodelle, die für sich stehen (zum Beispiel Ricardo Semler).
Die Aufgabe der Managementdenker ist es zu interpretieren, zu vernetzen und zu prüfen, wo Kursabweichungen Sinn machen. Charles Handy hat dafür das treffende Bild der honey-bees of management gefunden. Managementphilosophen hätten die Aufgabe, „buzzing around the world, writing, preaching, consulting. […] Their lectures have to be exciting, even inspiring, their ideas both memorable and immediately relevant. […] The faster the world changes the more necessary are these bees, carrying from one place to another, codifying and reformulating as they go.” (Charles Handy, The Handy Guide to the Gurus of Management, BBC, 2002). Mit den Honigbienen der Managementphilosophie professionalisiert sich das Management. Sie werden zu fashion setters, wie Eric Abrahamson die Rolle der Managementdenker beschreibt. Gerade die Managementphilosophen entwickelten Thesen und Ansätze, die das Managementwissen voranbringen. Autor: Winfried W. Weber