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Wozu Rankings?

Aktuelle Rankings können helfen, das eigene Wissen mit neueren Entwicklungen zu kontrastieren und zu sehen, wohin wir uns im Management bewegen. Sicher ist dabei nicht nur interessant, wer die oberen Plätze belegt, sondern auch wer hinzukommt oder wer wieder an Einfluss verliert. Wer sich gerne inspirieren und beraten läßt, kann sehen, ob er „on the right track“ ist - wer auf Ratgeber verzichtet, kann sehen, womit sich die Kollegen beschäftigen.

Managementkonzepte entwickeln sich heute nicht mehr kontinuierlich. Sie verändern sich in Zeiten großer Unsicherheit in verschiedene Richtungen. Neue Managementkonzepte entwickeln sich durch Versuch und Irrtum, aufgrund technologischer und marktbezogener Veränderungen, durch Berater oder eben durch Managementdenker. Sie tragen dazu bei, Führungskräfte mit neuen Ideen zu versorgen, Managementtrends zu kommunizieren und zu verdichten.

Managementdenker, Managementphilosophen oder Managementgurus, wie sie die Medien bisweilen bezeichnen, sind dabei noch ein junges Phänomen. Bis 1980 lag die Auflage eines erfolgreichen Managementbuchs bei höchstens mehreren zehntausend Exemplaren. Heute hingegen gibt es viele Management-Bestseller mit Auflagen von mehreren Millionen Exemplaren. Managementdenker stillen ein Bedürfnis nach der Frage des Praktikers im Management, "was ist zu tun, wenn ...".

Im Buch Innovation durch Injunktion (2005) von Winfried W. Weber wird die wachsende Bedeutung der Managementdenker damit erklärt, dass Manager sich von den klassischen Konsultanten (Peter Sloterdijk), den Beratern, nach und nach lösen und sich Manager mit dem Phänomen Managementdenker ein neues Kommunikationssystem schaffen. Oder anders herum formuliert, in dem wir beobachten, welche Managementdenker bedeutend werden, sehen wir, in welche Richtung sich das Management entwickelt.




Das erste Ranking der Managememtdenker im deutschsprachigen Raum

Schriftliche
Befragung 2002/2003 
Das Ranking der Managementdenker ist aus einem Forschungsprojekt an der Privaten Universität Witten/Herdecke von Winfried W. Weber (heute: Professor an der Hochschule Mannheim) hervorgegangen, bei der im Jahre 2002/2003 2500 Führungskräfte in Deutschland, Österreich  und der Schweiz angeschrieben wurden  (2000 in Deutschland, 270 in Österreich, 270 in der Schweiz - bei einer Rücklaufquote von 5,7% = 149).

Die Ergebnisse:

Der wichtigste Managementdenker im Zeitraum 2002 / 2003...

für  deutsche Führungskräfte ist                 Michael Porter

für schweizerische Führungskräfte ist        Peter Drucker

für österreichische Führungskräfte ist        Michael Porter


Ranking der Managementphilosophen in Deutschland 2002/2003  [1]  

Rang 1             Michael E. Porter           1,6[2]  
Rang 2             Peter F. Drucker             2,1      
Rang 3             Tom Peters                    2,3  
Rang 4             Philip Kotler                    2,4
Rang 5             Fredmund Malik              2,8     
Rang 6             Hermann Simon              2,8
Rang 7             Jack Welch                    2,8
Rang 8             Rupert Lay                      3,0        
Rang 9             Henry Mintzberg              3,0
Rang 10           Charles Handy                 3,5      
                                                                       
[1] Erhebungszeitraum Okt. 2002 bis Okt. 2003.
[2]  Erläuterung: Wenn zum Beispiel Michael Porter von den Befragten zu den fünf wichtigsten Managementphilosophen gezählt wird und sie jeweils für einen Rang von 1, 2, 3, 4 oder 5 stimmen konnten, erhielt Porter im Durchschnitt Rang 1,6.




Wie werden Managementphilosophen in Deutschland bewertet? 
Skala: 1 = unglaubwürdig, 10 = sehr glaubwürdig usw.
          
Rang     Glaubwürdigkeit   Anwendbarkeit   Originalität   Ergebenheit der Anhänger  Kohärenz
1 M. Porter         8,7                  8,1                 6,1               5,8                                7,5
2 P. Drucker       9,0                  7,7                 8,0               7,3                                8,1
3 T. Peters         7,1                  6,5                 8,3                8,2                                6,3


TOP 30 Liste 2002/2003 (in alphabetischer Reihenfolge)
Edward de Bono, Dieter Brandes, Richard Branson, Peter Drucker, Bill Gates, Daniel Goleman, Sumatra Goshal, Lynda Gratton, Gary Hamel, Charles Handy, John Harvey-Jones, Matthias Horx, Manfred F.R. Kets de Vries, Philip Kotler, Rupert Lay, Fredmund Malik, Henry Mintzberg, Kjell Nord-ström, Jonas Ridderstråle, Anita Roddick, Tom Peters, Michael Porter, C.K. Prahalad, Ricardo Semler, Peter Senge, Hermann Simon, Reinhard Sprenger, Fons Trompenaars, Karl Weick, Jack Welch

Quelle:
Winfried W. Weber, Innovation durch Injunktion, Göttingen 2005, S. 185-189

siehe auch:
Forschungsprojekte der Privaten Universität Witten/Herdecke








 
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