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Peter Ferdinand Drucker
in memoriam: gestorben am 11.11.2005 - wie würden wir heute managen ohne seinen Einfluss?
geboren am 19.11.1909 in Wien veröffentlichte 65 Jahre Managementbücher. 1939 erschien sein erstes Buch, The End of Economic Man.
Drucker promovierte an der juristischen Fakultät der Universität Frankfurt und siedelte 1937 in die USA über, deren Bürger er 1943 wurde. 1950 erhielt er einen Ruf als Professor of Management an der New York University’s Graduate Business School. Ab 1971 lehrte er als Professor of Social Science and Management an der Claremont Graduate University in Claremont, Kalifornien.
Insgesamt veröffentlichte Prof. Drucker 35 Bücher zu Management- und Wirtschaftsthemen. Seine jüngsten Werke sind Managing the Next Society (2003) oder The Daily Drucker (2005). Bis zuletzt beriet Drucker Unternehmen und Non-Profit-Organisationen. Sein großer Einfluss auf Manager begründet sich in seiner begrifflichen Schärfe und seiner Gabe, neue Begriffe ins Management einzuführen und sie zu prägen. Dabei kam ihm sein abendländisches Wissen zugute, nützen ihm vielfältige Kontakte aus unterschiedlichen Epochen und hielt ihn seine Leidenschaft für zukünftige Entwicklungen weiter jung (Fortune im Jahre 1999: "Still the youngest mind."). Er erhielt viele Auszeichnungen, wird auch in angelsächsischen Rankings immer ganz oben gelistet, scheute sich aber auch nicht, sein Publikum immer wieder mit kontroversen Thesen zu konfrontieren. Zum Beispiel argumentierte er, dass das Senior Management nicht mehr als das Zwanzigfache des einfachen Arbeiters verdienen sollte.
Drucker-Zitat: "Im Zeitalter der Organisationen kann nur gutes Management in Wirtschaft und Politik die Menschheit vor Barbarei bewahren."
Stimmen über Drucker: „Er ist der Beste.“ (Fredmund Malik), „Father of Management“ (Philip Kotler), "The one management thinker every educated person should read" (Economist), „Peter Drucker has worked to improve the effectiveness of the social sector, strengthening society as a whole." (Rita Süssmuth)
Wichtige Bücher:
Die Praxis des Managements, München, 1970 ; Management in turbulenter Zeit, München 1980; Innovation and Entrepreneurship, New York, 1985; Die ideale Führungskraft, Düsseldorf, 1993 ; Was ist Management, Düsseldorf, 2002
Persönliche Website: http://www.peter-drucker.com/

Hermann Simon
geboren am 10.02.1947, studierte Volks- und Betriebswirtschaftslehre an den Universitäten Köln und Bonn. Seine Promotion und Habilitation legte er bei Horst Albach an der Universität Bonn ab. Bevor sich Simon ganz der praktischen Unternehmensberatung widmete, war er Professor für Betriebswirtschaftslehre und Marketing an den Universitäten  Mainz (1989-1995) und Bielefeld (1979-1989). Simon lehrte als Gastprofessor an der Harvard Business School, Stanford, London Business School, INSEAD, Keio-Universität Tokyo und am MIT. Von 1985 bis 1988 leitete er das Universitätsseminar der Wirtschaft/Schloß Gracht bei Köln.
Prof. Simon ist heute Vorsitzender der Geschäftsführung der SIMON KUCHER & PARTNERS Strategy & Marketing Consultants mit Büros in Bonn, Boston, Frankfurt, München, London, Mailand, Paris, San Francisco, Tokyo, Warschau, Zürich u.a. und hat mehr als 30 Bücher veröffentlicht. Simon ist regelmäßiger Kolumnist in mehreren Wirtschaftsmagazinen (seit 1988 im Manager Magazin) und Herausgeberbeirat zahlreicher Fachzeitschriften.
International bekannt wurde er vor allem mit seinem Weltbestseller Hidden Champions aus dem Jahre 1996, in dem er die Erfolgsfaktoren mittelständischer Weltmarktführer analysierte.
Prof. Simons Schwerpunkte liegen im Bereich Strategie und Marketing. Er verfolgt eine Hidden-Champions-Strategie: Fokus und Globalisierung, und wächst damit im gegenwärtig stagnierenden Beratungsmarkt gegen den Trend. Prof. Simon hinterfragt aktuelle Managementmoden und stellt konträre Denkweisen vor. Er war mit Peter Drucker befreundet.
Simon-Zitat: “Je erfolgreicher Sie sind, desto wichtiger ist es für Sie, nüchtern und bescheiden zu bleiben. ... Bleiben Sie lieber ein Hidden Champion.“
Stimmen über Hermann Simon: „Sieg der Vernunft.“ (ChangeX); „Hidden Champions – ein Begriff, der nachdem der Bonner Consultant Hermann Simon sein Buch mit diesem Titel veröffentlichte, die europäische Geschäftssprache eroberte und nun in allen Bereichen verwendet wird.“ (www.oberfranken.de)
Wichtige Bücher:
Hidden Champions des 21. Jahrhunderts. Die Erfolgsstrategien unbekannter Weltmarktführer, Frankfurt, 2007; Der gewinnorientierte Manager - Abschied vom Marktanteilsdenken, Frankfurt, 2006; Think - Strategische Unternehmensführung statt Kurzfrist-Denke, Frankfurt, 2004; Strategie im Wettbewerb (2003); Das große Handbuch der Strategiekonzepte (2000); Profit durch Power Pricing (1997) sowie Hidden Champions (dt. Die heimlichen Gewinner), Frankfurt, 1996
Persönliche Website: http://www.simon-kucher.com/deu04/321_unternehmen_hesi.html

Fredmund Malik
geboren am 01.09.1944 in Lustenau/Österreich, studierte ab 1968 in Innsbruck und St. Gallen Wirtschafts- und Sozialwissenschaften, Logik und Wirtschaftsphilosophie. Das Studium schloss er in St. Gallen mit Promotion und Habilitation ab. Seit 1978 ist er Professor für Betriebswirtschaft mit Schwerpunkt Unternehmensführung, seit 1977 leitet er außerdem das Management Zentrum St. Gallen (heute: Malik Management Zentrum St. Gallen).
Sein Managementmodell setzt sich aus verschiedenen Wissenschaftsdisziplinen zusammen, wobei Kybernetik und Systemtheorie als transdisziplinärer Ansatz in allen Gebieten zur Anwendung kommt. In Führen, Leisten, Leben hat Malik sein Ziel erreicht, Managementkybernetik einem breiten Publikum vorzustellen und ohne deren komplizierte Begrifflichkeiten zu verwenden. Maliks Botschaft mit den Worten vom managerMagazin: „Auf Charisma kommt es nicht an beim Führen, sondern auf Pflichterfüllung und solides Managementhandwerk.“ (managerMagazin, April 2005)
Prof. Malik ist befreundet mit Peter Drucker, weitere Einflüsse liegen unter anderem bei Hans Ulrich (St. Gallener Begründer der systemorientierten Managementlehre) und Kybernetikern wie Norbert Wiener und Heinz von Foerster.
Malik-Zitat: „Kaum anderswo kann unwidersprochen so viel Unsinn verzapft werden.“
Stimmen über Malik: „Malik liebt langweilige Manager – mit gutem Grund“ (Frankfurter Allgemeine Sonntagzeitung); „Star der Stagnation“ (Manager Magazin), 
Wichtige Bücher:
Richtiges und Gutes Management, Bern, 2005; Gefährliche Managementwörter und warum man sie vermeiden sollte, Frankfurt, 2004; Führen, Leisten, Leben. Stuttgart, 2000; Strategie des Managements komplexer Systeme. Bern, 1984
Video über Fredmund Malik zum Download (SWR-Sendung vom 25.11.2006):
http://www.mom.ch/htm/422/de/Detailansicht.htm?returnList=302&artikelgruppe=2621&cpmedium=Buch
Persönliche Website: http://www.mom.ch/

Michael E. Porter
geboren 1947 in Ann Arbor, studierte Ingenieurswissenschaften an der Princeton University. 1971 folgte ein MBA an der Harvard Business School und 1973 dort sein Ph.D. Mit 26 Jahren wurde er einer der jüngsten Ordinarien in Harvard. Er ist Mitbegründer der Beratungsgesellschaft Monitor Group
Prof. Porters Interesse gilt einer erfolgreichen Langzeitstrategie, die heute an allen Wirtschaftshochschulen gelehrt wird, an die sich Manager in turbulenten Zeiten aber immer weniger halten. Porter kritisiert Manager, die sagen, sie hätten eine Strategie, aber damit meinten, die beste Qualität zu den niedrigsten Kosten zu produzieren, um damit ihre Unternehmen zu konsolidieren. Das sei Best-Practices-Management, “that’s not a strategy.” Sein Motto könnte mit “Strategy is about being different and focused” charakterisiert werden.
Porter-Zitat: „Mit jedem neuen Management-Instrument wurde lediglich eine weitere Runde im Wettlauf um kontinuierliche Leistungsverbesserungen eingeläutet, mit meist zerstörerischen Folgen und selten mit einem klaren Gewinner.“
Stimmen über Porter: „World’s best-known business academic“ (Fast  Company). 
Wichtige Bücher:
Wettbewerbsstrategie, 1980; Wettbewerbsvorteile, 1985
Persönliche Website: www.isc.hbs.edu/about-staffbios.htm

Philip Kotler
geboren 1931, machte seinen Master an der University of Chicago und seinen PhD am MIT in Boston, beide in Wirtschaftswissenschaften. Er hat eine Professur für Marketing an der J.L. Kellogg Graduate School of Management, Northwestern University, Evanston/Illinois.
Prof. Kotler gilt als Marketingguru, sein Verdienst ist es den früher eher peripheren Unternehmensbereich ins Zentrum unternehmerischer Aktivitäten gestellt zu haben. Aufbauend auf Peter Druckers Fokus Kundenorientierung statt Preis- und Vertriebsorientierung löste Kotler den Begriff Marketing von reinen Verkaufsaspekten und öffnete ihn für kommunikative und beziehungsorientierte Prozesse. Seine Ansätze finden weltweit eine große Resonanz. Kotler definiert Marketing mit „Bedürfnisse profitabel befriedigen“. Gute Unternehmen befriedigten seines Erachtens Bedürfnisse, hervorragende Unternehmen schufen hingegen Märkte.
Kotler-Zitat: „Anstatt in jedem Menschen den potenziellen Kunden zu sehen, müssen wir den Menschen in jedem Kunden sehen.“
Stimmen über Kotler: „The most influential marketer of all time.“ (Financial Times)
Wichtige Bücher
Marketing Management, Stuttgart, 2001; Die 10 Todsünden im Marketing, Düsseldorf 2005; Laterales Marketing für echte Innovationen, Frankfurt, 2005
Persönliche Website: www.kotlermarketing.com

Tom Peters (Thomas J. Peters)                      
geboren am 07.11.1942 in Baltimore als Enkel deutscher Einwanderer (sein Großvater hieß Jacob Ebert Peters), studierte Bauingenieurwesen an der Cornell University, erwarb an der Stanford University einen MBA und eine Promotion in Organisationslehre. Danach arbeitete er sieben Jahre als McKinsey-Berater, bis er 1982 mit Robert Waterman In Search of Excellence, „the greatest business book of all times“ (Bloomsbury) veröffentlichte. 
Dr. Peters gilt als Meister der Motivation und der Begeisterung. Seine Fans rekrutieren sich heute eher in den managerial masses, wie es Mark Gimein in Fortune geringschätzig ausdrückte. Unter den Top-Managern der Konzerne hat er kaum noch Anhänger, da er immer wieder deren bürokratischen Habitus und Rituale aufs Korn nimmt. Peters plädiert für eine Renaissance des Unternehmertums und liebt es, sein Publikum zu schockieren - in dem er beispielsweise die white collar revolution ausruft und prophezeit, dass 90% aller mittleren Manager in den nächsten Jahren ihren Job verlieren werden. Peters Gegenmittel ist das re-invent yourself, er setzt auf die Tugend der self-reliance, also der Fähigkeit, sich auf sich selbst zu verlassen.
Peters-Zitat: “Ich wünsche mir, dass ich am Ende als jemand gesehen werde, der den Schlaf meiner Generation gestört hat.”
Stimmen über Peters: „The Urguru“ (Fortune), „Business’ best friend an worst nightmare“ (Business Week), “If Peter Drucker invented modern Management, Tom Peters repainted it in technicolor” (Warren Bennis), “Now that we live in a Tom Peters’ World” (Fortune);
"Tom Peters has probably done more than anyone else to shift the debate on management from the confines of boardrooms, academia, and consultancies to a broader, worldwide audience, where it has become the staple diet of the media and managers alike. Peter Drucker has written more and his ideas have withstood a longer test of time, but it is Peters—as consultant, writer, columnist, seminar lecturer, and stage performer—whose energy, style, influence, and ideas have shaped new management.” (Robert Heller, Movers and Shakers)
Wichtige Bücher:
In Search of Excellence, 1982, (dt. Auf der Suche nach Spitzenleistungen, 1983); Der Innovationskreis, 1998; Re-imagine, 2003. Ein Tipp: Lesen Sie (außer In Search of Excellence) alle Peters Bücher, wenn möglich, nur im Original auf Englisch.
Video über Tom Peters zum Download: http://www.washingtonspeakers.com/speakers/speaker.cfm?SpeakerID=474
Persönliche Website: www.tompeters.com

Dieter Brandes
geboren 1941 in Hamburg, Diplom-Kaufmann an der Universität Hamburg. Brandes war als Geschäftsführer und Verwaltungsrat im Aldi-Konzern, darüber hinaus als Geschäftsführer in den Gruppen Asko/Metro und Wendeln/Kamps tätig. Seit 1993 ist er Unternehmensberater für die Lebensmittelindustrie und den Handel, seit 1998 auch als Berater für Strategie und Organisation tätig. Brandes plädiert dafür, im Management auf Überflüssiges verzichten. Customer Relationship Management könne erfolgreich gesteuert werden - nämlich mit einem klaren und einfachen Management. Brandes Leitsatz lautet: "Weniger ist mehr" und "Einfachheit ist der Weg zum Wesentlichen. Klare Zielorientierung, einfache Systeme sowie Autonomie und Verantwortung der Mitarbeiter sind die Schlüssel zum Erfolg.“
Brandes-Zitat: „Werden Sie fähig zur Einfachheit!“
Stimmen über Brandes: „Gesunder Menschenverstand“ (changeX)
Wichtige Bücher:
Konsequent einfach – die ALDI-Erfolgsstory, 1998
Einfach managen, 2002
Persönliche Website: www.konsequent-einfach.com

Jack Welch
geboren 1935 in Salem/Mass., studierte bis 1957 Chemical Engineering an der Univerity of Massachusetts, erwarb seinen Master und seinen Ph.D. an der University of Illinois. Als junger Ingenieur stieg er 1960 bei General Electric ein und kletterte in einem spektakulären Tempo in der GE-Hierarchie. Mit 33 Jahren war Dr. Welch der jüngste General Manager bei GE, 1972 bereits Vice-President. Von 1981 bis 2001 bestimmte er als Chairman die Geschickte des Konzerns. Mit seiner berühmten Strategie „Fix it, sell it, or close it“ brachte er die verschiedenen GE-Divisions auf Vordermann und das Unternehmen in allen Geschäftsfeldern an de Weltspitze. In seiner Ära verzwanzigfachte sich der Marktwert des Konzerns und GE wurde zum profitabelsten Konzern der Welt. Trotz seiner harten Management-methoden (z.B. die 20-70-10-Regel, wobei die letzte Zahl den Prozentsatz der zu entlassenden Mitarbeiter bedeutet) wurde Welch 1999 von Fortune zum Manager des Jahrhundert gewählt.
Welch-Zitat: „Das Leben ist voller Widersprüche.“
Stimmen über Welch: „He took GE from nothing, turned it upside down and made it into  what it is today.” (Financial Times), „Neutronen-Jack“ (Spitzname). 
Wichtige Bücher:
Was zählt, Düsseldorf, 2001; Winning, Frankfurt, 2005
Persönliche Website: www.straightfromthegut.com

Anne Koark
geboren am 21.05.1963 in Barking/England, studierte Germanistik an der University of Hull. 1985 zog sie nach Deutschland und betreute vor allem internationale Unternehmen (insbesondere im IT-Sektor) in deren Aufbauphase. 1999 gründete Koark ihr Unternehmen Trust in Business, das insbesondere Dienstleistungen für internationalen Unternehmen bei der Relocation anbot. Nach dem 11. September 2001 zogen sich viele ihrer Kunden aus Deutschland zurück, Anne Koark bekam Liquiditätsprobleme und meldete 2003 Insolvenz an. Über ihre Erlebnisse führt sie Tagebuch, das im selben Jahr als Buch erscheint. Ihr Thema wird die Beschreibung einer kulturellen Eigenart Deutschlands, die Stigmatisierung von erfolglosen Unternehmern. Sie bricht damit ein Tabu des Schweigens, unternehmerisches Scheitern hatte bislang keine Stimme hierzulande.
Koark-Zitat: „Erfolg ist, wenn man weiter macht.“
Stimmen über Koark: „Kämpferin für die zweite Chance.“ (Saarbrücker Zeitung)
Buch:
Insolvent und trotzdem erfolgreich, 2003
Persönliche Website:  www.anne-koark.com

Reinhard Sprenger
geboren 1953, studierte Philosophie, Geschichte und Sportwissenschaften an der Universität Bochum, promovierte an der FU Berlin. Sprenger war wissenschaftlicher Referent beim Kultusminister des Landes NRW und Leiter Personal-entwicklung bei der 3M. Nach der Veröffentlichung des Bestsellers Mythos Motivation machte Sprenger sich selbständig und ist seither als Redner, Berater und Trainer für Personalentwicklung tätig. Sprenger plädiert für mehr Vertrauen in das Individuum. Wer führen will, kann seines Erachtens nicht motivieren, sondern nur Demotivation verhindern. Sprenger lebt in Zürich und Santa Fee.
Sprenger-Zitat: „In der künftigen Wirtschaftswelt geht es um Geschwindigkeit. Die kann nur eine Firma erreichen, die ihren Leuten vertraut.“
Stimmen über Sprenger: „Wenn ein Managementberater in den letzten Jahren wirklich etwas bewegt hat, dann ist das Reinhard Sprenger”. (Neue Zürcher Zeitung) 
Wichtige Bücher:Mythos Motivation, Frankfurt, Campus, 1992
Die Entscheidung liegt bei Dir!, Frankfurt, Campus, 2002
Vertrauen führt, Frankfurt, Campus, 2002
Persönliche Website: www.sprenger.com


The Gurus of Gurus
Interessant sind auch die Ergebnisse der Umfrage What’s the Big Idea? von Laurence Prusak und Thomas Davenport, die im Dezember 2003 in der Zeitschrift Harvard Business Review vorgestellt wurde. Sie fragten 200 weltweit anerkannte Managementdenker, wer für sie die einflussreichsten Vordenker sind. Die Top 10 der Liste sind Peter Drucker (*1911), James March (Soziologe/Stanford; *1928), Herbert Simon (Organisationstheoretiker/Nobelpreisträger, 1916-2001), Paul Lawrence (Organisationsforscher/Harvard, Peter Principle), Richard Beckhard (Managementtheoretiker/MIT, 1918-1999), Fernard Braudel (Historiker/Paris, 1902-1985), Henry Mintzberg (Managementtheoretiker/McGill, *1939), Joseph Schumpeter (Harvard, 1883-1950) und Karl Weick (Sozialpsychologe/University of Michigan, *1936). Der Blick auf diese Namen zeigt, wie sich manche Managementdenker über viele Jahrzehnte halten, und wie interdisziplinär sich deren Qualifikationen zusammensetzen. Das meiste, über was wir heute im Management diskutieren, geht auf eine Handvoll Experten aus der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts zurück. Die Gurus der Gurus sind vorwiegend Sozialwissenschaftler. Wirtschaftswissenschaftler sind kaum vertreten.

Wenn Sie also in den Kern vieler aktueller Managementkonzepte vorstoßen wollen, können wir Ihnen nur raten, sich auch diese Klassiker und Graue Eminenzen im Hintergrund der Managemententwicklung einmal genauer anzusehen und ihre Bücher im Original zu lesen. Gegenwärtige Entwicklungen und Modezyklen im Management können wir nur dann verstehen, wenn wir einen Zugang über die „Klassiker“ wählen. Und noch eine persönliche Einschätzung zur Prusak/Davenport-Liste: Aus deutschsprachiger Sicht vermisst man unseres Erachtens einen Namen auf dieser Liste - einen Soziologen, dessen Einfluss auf das Management nicht hoch genug einzuschätzen ist, Niklas Luhmann.

 
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